Tagbuch k.einer Autorin
Mir reicht es, meine Wörter an E-Mail-Kampagnen und SEO-Artikel zu verleihen. Stattdessen will ich endlich von meiner Angst und meinem Mut, und all dem, was ich in den letzten Jahren über das Leben und mich als junge Frau gelernt habe, erzählen.
Annie Ernaux-istische Beobachtungen, abschweifende Tagträume und alte Tagebucheinträge
In einer Ausstellung lernte ich Annie Ernaux kennen. Die französische Autorin, die 2022 den Nobelpreis für Literatur gewann, beobachtete in „Journal du dehors“ (1993) Szenen aus dem Leben in öffentlichen Verkehrsmitteln oder Supermärkten zwischen den Jahren 1985 und 1992. In der Pariser Metro fällt mir auf, wie viele Menschen auf ihrem Weg nur mehr in Bildschirme starren und wie oft ich selbst die Welt mit Musik aussperrte. Ich dachte, wenn ich Autorin werden wollte, sollte ich mir u.a. Inspiration aus dem Erlebten suchen und da Schreiben eben auch ein Handwerk ist, könnte ich es Annie Ernaux gleich tun, um möglicherweise irgendwann in ihre großen Fußstapfen treten zu können. Gleichzeitig schreibe ich an einem ersten Buchprojekt, in dem es um alte Tagebucheinträge zum Erwachsenwerden geht, und versuche mich an Kurzgeschichten..